Prompt Engineering einfach erklärt

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So holen Sie das Beste aus ChatGPT heraus: Prompt Engineering einfach erklärt

Viele Menschen sind von ChatGPT oder anderen KI-Systemen begeistert. Gleichzeitig sind sie enttäuscht, wenn die Antworten ungenau, oberflächlich oder schlicht unbrauchbar sind.

Dabei liegt das Problem häufig nicht bei der KI, sondern bei der Art der Fragestellung.

Ob Sie einen kurzen Text schreiben lassen, eine komplexe Analyse benötigen oder Ideen für Ihr Unternehmen suchen – die Qualität der Antwort hängt entscheidend von Ihrem Prompt ab.

Genau darum geht es beim Prompt Engineering.

Es beschreibt die Kunst, einer KI klare, vollständige und zielgerichtete Anweisungen zu geben. Je besser der Prompt formuliert ist, desto besser fällt in der Regel auch das Ergebnis aus.


Was bedeutet Prompt Engineering?

Ein Prompt ist die Eingabe oder Anweisung, die Sie an eine KI richten.

Zum Beispiel:

„Schreibe einen Blogartikel über Elektromobilität.“

Das ist bereits ein Prompt – allerdings ein sehr allgemeiner.

Prompt Engineering bedeutet, diese Eingabe so zu gestalten, dass die KI genau versteht:

  • welche Aufgabe sie lösen soll,
  • für wen die Antwort gedacht ist,
  • in welchem Stil sie schreiben soll,
  • welche Informationen wichtig sind,
  • und welches Ergebnis erwartet wird.

Man könnte sagen:

Prompt Engineering ist die Fähigkeit, mit einer KI präzise zu kommunizieren.


Warum sind gute Prompts so wichtig?

Ein Large Language Model denkt nicht wie ein Mensch.

Es kennt weder Ihre Absichten noch den Hintergrund Ihrer Frage.

Wenn Sie nur schreiben:

„Erstelle einen Artikel über Marketing.“

weiß die KI nicht:

  • Für wen?
  • Wie lang?
  • Anfänger oder Experten?
  • Sachlich oder werbend?
  • Mit oder ohne SEO?
  • Mit Überschriften?
  • Mit Beispielen?

Die KI muss raten.

Und genau dadurch entstehen oft mittelmäßige Ergebnisse.


Ein schlechter Prompt

Schreibe etwas über ChatGPT.

Das Ergebnis könnte sein:

  • sehr allgemein
  • zu kurz
  • falscher Stil
  • wichtige Informationen fehlen

Ein guter Prompt

Schreibe einen SEO-optimierten Blogartikel über ChatGPT für Einsteiger. Der Artikel soll etwa 2.500 Wörter umfassen, verständlich geschrieben sein, Zwischenüberschriften enthalten, häufige Fragen beantworten und mit einem Fazit abschließen.

Jetzt kennt die KI:

  • Zielgruppe
  • Umfang
  • Struktur
  • Stil
  • Zweck

Die Antwort wird deutlich besser.


Die fünf Bausteine eines guten Prompts

Ein guter Prompt besteht häufig aus mehreren Informationen.

1. Die Rolle

Geben Sie der KI eine Aufgabe.

Zum Beispiel:

  • Du bist Marketingexperte.
  • Du bist Steuerberater.
  • Du bist Lehrer.
  • Du bist Personalchef.
  • Du bist Softwareentwickler.

Dadurch orientiert sich die Antwort an dieser Perspektive.


2. Das Ziel

Beschreiben Sie möglichst genau, was entstehen soll.

Beispiele:

  • Blogartikel
  • E-Mail
  • Zusammenfassung
  • Werbetext
  • Stellenanzeige
  • Präsentation
  • Social-Media-Beitrag

Je konkreter das Ziel, desto besser das Ergebnis.


3. Der Kontext

Hier machen viele Nutzer den größten Fehler.

Die KI kennt Ihren Hintergrund nicht.

Schlecht:

Erstelle eine Präsentation.

Besser:

Erstelle eine Präsentation für Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen zum Thema KI im Vertrieb.

Noch besser:

Die Teilnehmer besitzen kaum KI-Vorkenntnisse und die Präsentation soll maximal 20 Minuten dauern.

Jetzt versteht die KI den Zusammenhang.


4. Das gewünschte Format

Beschreiben Sie die Ausgabe.

Zum Beispiel:

  • Tabelle
  • Liste
  • Fließtext
  • Markdown
  • HTML
  • JSON
  • PowerPoint-Struktur
  • FAQ
  • Schritt-für-Schritt-Anleitung

Dadurch sparen Sie häufig viel Nacharbeit.


5. Einschränkungen

Auch Grenzen helfen der KI.

Beispiele:

  • maximal 500 Wörter
  • leicht verständlich
  • keine Fachbegriffe
  • keine Emojis
  • sachlicher Schreibstil
  • SEO-optimiert
  • deutsche Rechtschreibung

Je genauer Sie werden, desto gezielter kann die KI arbeiten.


Ein Praxisbeispiel

Erster Prompt

Erstelle einen Artikel über Homeoffice.

Das Ergebnis ist durchschnittlich.


Verbesserter Prompt

Du bist Personalberater. Schreibe einen SEO-optimierten Artikel über die Vorteile und Nachteile des Homeoffice. Zielgruppe sind Führungskräfte kleiner Unternehmen. Nutze Zwischenüberschriften, Beispiele aus der Praxis, eine FAQ und ein Fazit. Umfang etwa 2.000 Wörter.

Plötzlich entsteht ein Artikel, der nahezu veröffentlichungsreif sein kann.


Warum funktioniert das?

Ein LLM berechnet ständig, welches Wort statistisch am besten zum bisherigen Text passt.

Je mehr Informationen der Prompt enthält, desto kleiner wird der Interpretationsspielraum.

Die KI muss weniger raten.

Dadurch steigt die Qualität.


Prompt Engineering ist kein Programmieren

Viele glauben, Prompt Engineering sei eine Programmiersprache.

Das stimmt nicht.

Sie sprechen mit der KI in normaler Sprache.

Der Unterschied liegt lediglich darin, dass Sie Ihre Aufgabe klar und vollständig formulieren.

Man könnte es mit einem Mitarbeiter vergleichen.

Sagen Sie:

„Mach das mal.“

wird das Ergebnis vermutlich enttäuschen.

Erklären Sie dagegen genau, was Sie erwarten, steigt die Qualität erheblich.


Typische Fehler

Zu wenig Informationen

Die häufigste Ursache schlechter Antworten.


Mehrere Aufgaben gleichzeitig

Zum Beispiel:

Erstelle einen Blogartikel, schreibe zehn Social-Media-Beiträge, analysiere die Konkurrenz und entwickle eine Marketingstrategie.

Besser:

Eine Aufgabe nach der anderen.


Fehlender Kontext

Die KI kennt Ihre Situation nicht.

Liefern Sie möglichst viele relevante Informationen.


Unklare Zielgruppe

Ein Text für Schüler unterscheidet sich erheblich von einem Text für Geschäftsführer.


Keine Vorgaben

Wenn Sie keine Länge, keinen Stil oder keine Struktur nennen, entscheidet die KI selbst.

Das ist nicht immer das, was Sie möchten.


Iteratives Arbeiten

Professionelle Anwender erwarten selten, dass der erste Prompt sofort perfekt ist.

Sie arbeiten schrittweise.

Zum Beispiel:

  1. Gliederung erstellen.
  2. Einleitung schreiben.
  3. Kapitel ergänzen.
  4. Beispiele hinzufügen.
  5. SEO optimieren.
  6. Stil verbessern.

So entstehen hochwertige Ergebnisse.


Prompt Engineering im Berufsalltag

Die Einsatzmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

Zum Beispiel:

Marketing

  • Blogartikel
  • Newsletter
  • Werbeanzeigen
  • Landingpages

Vertrieb

  • Verkaufsargumente
  • Angebotsentwürfe
  • Kundenschreiben

Personalwesen

  • Stellenausschreibungen
  • Interviewfragen
  • Arbeitszeugnisse

Bildung

  • Unterrichtsmaterial
  • Zusammenfassungen
  • Lernkarten
  • Quizfragen

Unternehmen

  • Prozessbeschreibungen
  • Dokumentationen
  • SOPs
  • Wissensmanagement

Gibt es den perfekten Prompt?

Nein.

Der perfekte Prompt existiert nicht.

Jede KI reagiert etwas anders.

Auch verschiedene Modelle desselben Anbieters können unterschiedliche Ergebnisse liefern.

Deshalb gehört Experimentieren zum Prompt Engineering dazu.


Werden Prompts in Zukunft unwichtig?

Immer wieder wird behauptet, moderne KI werde so intelligent, dass gute Prompts überflüssig werden.

Tatsächlich werden Sprachmodelle besser darin, ungenaue Eingaben zu interpretieren. Trotzdem gilt: Je klarer die Aufgabe beschrieben ist, desto präziser lässt sich das gewünschte Ergebnis erreichen. Gute Prompts bleiben daher auch künftig ein wichtiger Erfolgsfaktor – insbesondere bei komplexen Aufgaben.


Prompt Engineering ist keine komplizierte Wissenschaft und auch keine Programmiersprache.

Es geht darum, der KI klare Anweisungen zu geben, ausreichend Kontext zu liefern und das gewünschte Ergebnis möglichst genau zu beschreiben.

Schon kleine Verbesserungen am Prompt können die Qualität der Antworten deutlich steigern.

Wer regelmäßig mit ChatGPT oder anderen KI-Systemen arbeitet, sollte deshalb nicht nur die Technologie verstehen, sondern auch lernen, die richtigen Fragen zu stellen. Genau diese Fähigkeit wird in Zukunft zu einer der wichtigsten Kompetenzen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz gehören.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist ein Prompt?

Ein Prompt ist die Eingabe oder Anweisung, mit der Sie einer KI eine Aufgabe geben.

Muss ich programmieren können?

Nein. Prompt Engineering basiert auf natürlicher Sprache und erfordert keine Programmierkenntnisse.

Warum liefert derselbe Prompt unterschiedliche Antworten?

Sprachmodelle arbeiten probabilistisch. Außerdem entwickeln sich Modelle weiter, und unterschiedliche Modelle können denselben Prompt verschieden interpretieren.

Wie lang sollte ein Prompt sein?

So kurz wie möglich, aber so ausführlich wie nötig. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern dass Ziel, Kontext und gewünschtes Ergebnis eindeutig beschrieben sind.

Ist Prompt Engineering nur für ChatGPT wichtig?

Nein. Die Prinzipien gelten ebenso für andere KI-Modelle wie Claude, Gemini, Copilot, Mistral oder lokale Sprachmodelle.


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