Master-Fernstudium: Freizeit, Finanzierung und Beruf unter einem Hut

 

Die heutige Jugend gibt sich immer häufiger damit zufrieden, nicht zu studieren und stattdessen ihr erstes Geld zu verdienen. Nach nur wenigen Jahren treten die ersten Gewissensbisse auf. Hätten sie doch studieren sollen? Fakt ist, dass Menschen mit guten Qualifikationen, bessere Chancen im Berufsleben haben. Wer bereits berufstätig ist, gleichzeitig aber auch seinen Master nachholen möchte, der kann dies mit einem Fernstudium tun. Den Beruf, das Studium sowie die Freizeit und Finanzierung unter einen Hut bringen ist nicht immer ganz einfach. Der nachfolgende Text gibt Berufstätigen praktische Tipps zum Thema Work-Life-Balance.

Die richtige Balance finden

Den Einklang zwischen Arbeits- und Privatleben finden ist angesichts einer Welt, in der die Distanz zwischen diesen beiden Dingen immer kleiner wird, schwierig. Dank Smartphone, Notebook und nahezu bundesweiter Abdeckung mit mobilem Internet sind die heutigen Angestellten rund um die Uhr verfügbar. Das Ergebnis: Das Privatleben wird immer mehr vernachlässigt und die Barriere zwischen Arbeit und Privatleben wird kleiner und kleiner.

Während der Studienzeit kommt ein weiterer Faktor hinzu, nämlich das Studium. Nun wird es zunehmend schwieriger, die perfekte Balance zwischen Job, Fernstudium, Partnerschaft, Hobbys und Familie zu finden. Das Ziel, das Studium schnellstmöglich abzuschließen, ist genauso groß wie die finanziellen und privaten Kosten.

Das Erreichen der Work-Life-Balance ist immer eine Frage der Ressourcen, die dem Studenten zur Verfügung stehen. Dazu gehören: Zeit, Geld sowie Entscheidungsspielräume. Psychische, emotionale und körperliche Ressourcen spielen ebenfalls eine große Rolle. Das Thema Work-Life-Balance ist mittlerweile auch in der Arbeitswelt angekommen. Zahlreiche Studien belegen, dass ausgeglichene und zufriedene Mitarbeiter produktiver sind als ihre gestressten Kollegen. Arbeitnehmer, die sich für ein Master-Fernstudium entscheiden, können Folgendes tun, um ihre individuelle Work-Life-Balance zu erreichen:

  • Beruf und Privatleben strickt trennen:
    • keine E-Mails von zu Hause aus beantworten
    • nicht für den Chef über das Mobiltelefon erreichbar sein
    • sich Überstunden bezahlen lassen
  • Motivation zum Lernen aufbringen:
    • Ziele setzen und diese erfüllen
    • sich mit kleinen Dingen belohnen
    • regelmäßig eine Auszeit gönnen
  • Zeitmanagement:
    • gesamten Tagesablauf gründlich planen
    • an den Zeitplan halten und alle Punkte konsequent abarbeiten
    • bei Problemen gegebenenfalls den Zeitplan überarbeiten oder ergänzen

Drei Tipps für eine gelungene Balance zwischen Beruf, Leben und Studium

1. Klare Ziele im Leben definieren

Kaum jemand kann es sich heutzutage leisten, ausschließlich das zu tun, worauf er Lust und Laune hat. Jeder Mensch hat bestimmte Aufgaben, die er erledigen muss. Auf der anderen Seite stehen Wünsche, Ziele und Werte, die man anstrebt. Wer sich dazu entscheidet, nebenberuflich zu studieren, der bürdet sich eine zusätzliche Belastung auf. Wichtig ist es, sich folgende Fragen zu stellen:

  • Wo stehe ich aktuell?
  • Wo möchte ich hin?

Ein Fernstudium kann das Leben verbessern und berufliche Wünsche erfüllen – dafür gibt es aber keine Garantie. Wer sein Fernstudium ausschließlich mit dem Gedanken an einen höheren Lohn beginnt, für den ist das Studium nicht mehr als eine Notwendigkeit, um dieses Ziel zu erreichen. Das Lernen fällt schwer, der Stress vermehrt sich und der Abschluss wird immer schwieriger.

2. Planen und Ballast abwerfen

Zeit ist ein wertvolles Gut, das heutzutage eine echte Rarität ist. Wer neben dem Job studiert, der muss seine Zeit bis ins kleinste Detail einteilen. Wichtig ist es, möglichst frühzeitig unnötige Zeitverschwender zu erkennen und zu streichen.

Im Job können dies langen Telefonate oder Besprechungen sein, die lediglich stören und die Produktivität behindern. Im Privatleben können Computerspiele, Facebook oder der Fernseher Zeitverschwender sein, auf die man verzichten kann. Mit der richtigen Prioritätensetzung und Kommunikation lassen sich Störfaktoren effizient aufspüren und eliminieren.

3. Pausen einlegen und Erfolge genießen

Eine Balance zwischen Studium, Privatleben und Beruf bedeutet nicht, dass man ständig unter Stress stehen und sein Leben planen muss. Erfolge gilt es zu genießen, Pausen werden genutzt, um abzuschalten und sich zu erholen. Ein gelungenes Rezept für die Work-Life-Study-Balance gibt es nicht. Jeder Mensch muss die richtige Mischung aus Belastung und Entlastung, Erfolg und Erholung, Leistung und Spaß finden. Entscheidend ist, dass man sein Ziel niemals aus den Augen verliert und glücklich mit seinen Entscheidungen ist.

Finanztipps für das Master-Fernstudium

Ein Studium ist für viele Menschen der Königsweg zur Karriere – kostet aber auch viel Geld. Gerade die finanziellen Mittel sind bei vielen Studenten ein Problem. Nicht alle Eltern können das Studium ihrer Kinder finanzieren. Und nicht alle Studenten finden einen Nebenjob, mit dem sie ihr Fernstudium finanzieren können. Andere sind bereits berufstätig und müssen neben alltäglichen Ausgaben zusätzlich ihr Studium finanzieren.

Das Fernstudium finanzieren

Mit einem Fernstudium haben Studenten bereits ein häufiges Problem gelöst: Sie müssen nicht an den Studienort ziehen. Somit sparen sie sich teure Umzugskosten sowie hohe Mieten, die in Großstädten fällig werden. Dennoch müssen sie die Frage klären, wie sie ihr Studium finanzieren. Berufstätigen bleibt nicht immer genug Geld übrig, um die Kosten für das Fernstudium problemlos abzudecken. Für sie gibt es folgende Finanzierungsmöglichkeiten:

  • Finanzierung durch den Arbeitgeber
  • BAföG
  • Studienkredit
  • Steuerersparnisse
  • Stipendium
Finanzierung durch den Arbeitgeber

Gerade Unternehmen, die ihre Mitarbeiter zu einem Master-Fernstudium bewegen, übernehmen einen Teil oder alle Kosten für die Weiterbildung. Auch wenn die Eigeninitiative des Chefs fehlt, können Mitarbeiter nachfragen, ob eine Finanzierung möglich ist – schließlich kostet es nichts! In einem privaten Gespräch können angehende Studenten die Vorteile hervorheben und betonen, dass ihre Arbeit durch das Fernstudium nicht beeinträchtigt wird.

BAföG

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz ist eine häufig in Anspruch genommene finanzielle Unterstützung, um ein Fernstudium zu finanzieren. Damit Fernstudenten diese Unterstützung erhalten können, müssen sie gemäß § 3 BAföG folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Das BAfÖG wird nur für den Besuch von Ausbildungsstätten gewährt, die mit einem gleichwertigen Abschluss enden: Akademien, höhere Fachschulen, Hochschulen etc.
  • Förderungsfähig sind ausschließlich Fernlehrgänge, die nach § 12 Fern-USG zugelassen sind.

Eine weitere Einschränkung ist die Tatsache, dass das BAföG für ein Fernstudium nur für einen Zeitraum von 12 Monaten erteilt wird. Interessierte müssen zudem nachweisen, dass sie sechs Monate lang erfolgreich an einem Fernlehrgang teilgenommen haben. Dementsprechend können sie die Förderung erst im letzten Drittel des Fernstudiums beantragen. Nach § 3 Abs. 3 Satz 2 BAföG ist zudem ein Vollzeitstudium erforderlich, ein berufsbegleitendes Studium ist nicht möglich.

Bildungskredit

Der Bildungskredit wurde im Jahr 2001 von der Bundesregierung ins Leben gerufen und soll die finanzielle Belastung, die durch ein Bachelor- oder Master-Fernstudium entstehen, mindern. Voraussetzungen für den Erhalt der Förderung sind:

  • das Fernstudium muss in Vollzeit betrieben werden
  • der Kredit wird bis zum Ende des 36. Lebensjahres gewährt
  • die Zwischenprüfung muss erfolgreich abgelegt werden oder
  • der erste Teil eines Studiengangs muss erfolgreich abgeschlossen sein

Die Hochschule muss zusätzlich den Anforderungen aus § 2 Abs. 1 – 3 BAföG entsprechen.

Studienkredit

Studienkredite sind Darlehen, die von unterschiedlichen Banken angeboten werden und akademische Studiengänge finanzieren. Die öffentlich-rechtliche KfW Bankengruppe gehört zu den wichtigsten Banken. Sie vergibt zinsgünstige Kredite für Studenten mit einer Laufzeit von maximal fünf Jahren und einer Höchstrate von 650 Euro im Monat. Andere Privatbanken bieten ebenfalls Studienkredite an. Die Zinssätze liegen je nach Anbieter zwischen fünf und zehn Prozent.

Grundsätzlich müssen angehende Studenten darauf achten, dass der Anbieter ein Vollzeitstudium unterstützt. Hier fällt der Studienkredit der KfW direkt weg. Häufig wird ein Studienkredit nur für das Erststudium gewährt. Analog zu den problematischen Voraussetzungen muss auch die Frage nach der Förderungsdauer und dem Förderbetrag geklärt werden. In puncto Tilgung und Höhe der Zinsen gilt es, die Kredite genau zu vergleichen.

Achtung: Ein Darlehen sorgt immer für eine Belastung am Ende und nach dem Studium. Die Studenten werden häufig dazu aufgefordert, ihr Studium so schnell wie möglich abzuschließen.

Steuerersparnisse

Die Kosten für eine beruflich bedingte Fort- und Weiterbildung können Arbeitnehmer als Werbungskosten absetzen. Dabei muss es sich bei der Weiterbildung um einen Kurs handeln, der die eigenen Kenntnisse im ausgeübten Beruf verbessern. Interessierte können Folgendes geltend machen:

  • Studien- und Kursgebühren
  • Gebühren für Prüfungen und Seminare
  • Kosten für Fachliteratur
  • Reisekosten für die Fahrten zu Seminaren
  • Arbeitsmittel (Notebook, Software)
  • Kosten für Verpflegung und Übernachtung für Seminarreisen

Für nähere Auskünfte hilft das zuständige Finanzamt oder der eigene Steuerberater weiter.

Stipendium

Fernstudierende können abgesehen von den üblichen Förderungen ein Stipendium erhalten. Allerdings lassen sich hier keine genauen Angaben zur Förderungsdauer und -höhe machen. Stipendien werden grundsätzlich von Stiftungen und Vereinen an besonders begabte Menschen vergeben. Die Bewerbung bei einer oder mehreren Stiftungen kann sich durchaus lohnen und ist einen Versuch wert. Eine Übersicht aller bundesweiten Stiftungen gibt es hier.

Weiterbildungsstipendium

Das Weiterbildungsstipendium ist ebenfalls für besonders begabte und leistungsstarke Menschen interessant. Junge Menschen erhalten vom BMBF Zuschüsse von bis zu 5.100 Euro. Grundsätzlich wird neben Weiterbildungen zum Fachwirt, Techniker oder Handwerksmeister auch das berufsbegleitende Studium gefördert. Voraussetzungen:

  • die Berufsabschlussprüfung wurde mit mindestens 87 Punkten bewertet
  • der Studierende platziert sich bei einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb in den Top 3
  • begründeter Vorschlag vom Arbeitgeber
  • der Interessierte ist zum Zeitpunkt der Bewerbung berufstätig oder als arbeitssuchend gemeldet

Weitere Informationen zum Weiterbildungsstipendium gibt es hier.

Dieser Artikel wurde von der Redaktion von www.master-fernstudium.net zur Verfügung gestellt.

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November 15th, 2012 by