Kindern das Internet erklären

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KINDERLEICHT

Weil die zeitliche und inhaltliche Konzeption der Lerneinheiten nicht nur an das Vorwissen und die Aufnahmefähigkeit der Kinder, sondern auch noch auf Gruppenzahl und Anzahl der tatsächlich zur Verfügung stehenden Geräte angepaßt werden muß, beschreibe ich den folgenden Lernprozeß nicht in Stundeneinheiten, sondern entsprechend zu strukturierende beziehungsweise zu kombinierende Phasen.

Zubehör:       Flaggen verschiedener Länder, ca. 1000km Wollfaden, Kärtchen mit kurzen vorgefertigten Botschaften, Kärtchen mit den Worten JA und NEIN, 3 Blätter mit Text und Bildern

Eingeführte Begriffe aller Phasen:
Provider, Internet (www), Modem, Netzwerk, Daten, Email, attached document, http, website, Homepage, Browser

Die Kinder stellen das Senden und Empfangen von Emails und anderen Vorgängen im Internet durch Rollenspiele dar. Um den komplexen Vorgang schrittweise zu erklären, wird das Spiel in mehreren Phasen durchgeführt. Je nach Vorwissen und Interesse der Kinder können die Phasen 1 und 2 bzw. 3 und 4 in getrennten Lerneinheiten, oder auch hintereinander durchgespielt werden. Allerdings warne ich davor zu viele Schritte in eine Lerneinheit zu verpacken, denn meiner Erfahrung nach begreifen die Kinder zwar sehr schnell die Inhalte der Rollenspiele, brauchen aber dann doch einige Zeit, um den Übertrag zur Praxis am Computer zu bewerkstelligen.

pckidPhase 1: 

Kerninformation: Rechner, die miteinander verbunden sind, können über weite Strecken Daten austauschen.

a) Zwei Kinder (A+B) sitzen vor ihren Rechnern an verschiedenen Enden der Klasse. (Um nicht extra Rechner aufstellen zu müssen, dienen aufgeklappte Federpennale als Laptops.) Zwischen ihnen wird ein Wollfaden gespannt.
Jetzt nimmt Kind A einen Zettel (Email) und überreicht ihn Kind C, das sich mit einer Hand an dem Faden anhält und die Email zu Kind B transportiert.

Erklärung:

Die Verbindung kann ein fixes Kabel im Haus sein, oder auch die Telefonleitung. Damit wird auch klar, daß man  Emails überall dorthin senden kann, wo es Telefonleitungen gibt, also auch ins Ausland.

b) Jetzt wird zu jedem Computer die Flagge eines Landes gestellt und das Senden von Email kann diesmal von einem Land zum anderen gespielt werden.

 

Phase 2:

Kerninformation: Der Provider empfängt Emails, sortiert sie und hält sie zur Abholung bereit.

a)        Kind A steht auf und verläßt den Rechner. Kind B sendet Email durch Kind C. Kind C weiß jetzt nicht was zu tun ist. Es darf die Botschaft nicht am verlassenen Rechner abgelegt werden, denn der ist ja abgeschaltet. So wird schnell einsichtig, daß die Mail nicht zugestellt werden kann.

Damit das nicht passiert:

An dieser Stelle wird der Begriff „Provider“ eingeführt. „Der Provider ist so ähnlich wie ein Postamt. Die Briefe werden zum Postamt gebracht, dann werden sie sortiert und ausgetragen. Hier gibt es aber einen Unterschied zum Provider. Der nämlich hebt die Briefe, die er bekommt nur auf. Er sortiert sie zwar, aber er wartet bis sie abgeholt werden.

Jetzt benötigen wir statt einem Kind C zwei c1,c2, sowie ein Kind P, das den Provider spielt.

Wieder werden Fäden gespannt.

b)        Wir wiederholen die Situation von vorhin.

Kind B sendet Email durch Kind C.
Kind C kann die Botschaft an Kind P überbringen.

Jetzt kommt Kind A wieder an seinen Arbeitsplatz zurück, schaltet seinen Rechner ein und schickt Kind c2 los, um Kind P nach Post zu fragen.

P übergibt c2 den Brief, c2 bringt ihn zu B.

„So funktioniert´s!“

c)            Bei der zweiten oder dritten Wiederholung könnte B auch den Brief beantworten und am selben Weg zurück senden. Ebenso können andere Abläufe durchgespielt werden.

Wichtig: Die Computer (P) müssen 24h am Tag eingeschalten sein!

 

Phase 3:

Kerninformation: www Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von Computern.

a)    Bei diesem Spiel muß man wahrscheinlich bereits in den Turnsaal übersiedeln. Wieder wird von Kind zu Kind ein Faden gespannt. P Provider werden untereinander vernetzt. User (Benutzer) (A1-3,B1-3,…) werden mit ihren Providern P vernetzt. Die restlichen Kinder übernehmen die Aufgabe des Transports der Botschaften.

Das nennt man Internet, oder www, world wide web, weltweites Netz.

b)    Dieses Spiel kann eventuell nach Abschluß der Phase 4 mit „attached documents“ auch wiederholt werden.

 

Phase 4:

Kerninformation: Über das Internet können wir Daten austauschen.

a)      Wieder in der Klasse wird die unten abgebildete, vereinfachte Aufstellung vorgenommen.
A bereitet eine Botschaft zum Versenden vor, heftet aber mit einer Büroklammer (das entspricht auch dem Symbol für attached documents) ein Foto dazu. Jetzt läuft der bereits bekannte Vorgang des Sendens und Empfangens wieder ab.

b)    Dieses Spiel wiederholt sich jetzt noch einmal. Diesmal wird jedoch statt des Fotos, eine Diskette, oder eine CD-ROM als Symbol für ein mitgesendetes Programm an die Nachricht geheftet.

Wir lernen daraus, daß wir eine Vielzahl von Dingen über das Internet versenden können; ob Bilder, oder Text, Klänge, ganze Musikstücke, Fotos, Filme oder auch Programme, alle elektronischen Daten können versendet werden.

Das Gerät, das unseren Zugang zum Internet ermöglicht heißt Modem. Es ist entweder in den Computer eingebaut, oder als Zusatzgerät erhältlich. Mit der Telefonleitung oder mit dem Telekabel verbunden, haben wir die Möglichkeit im Internet Daten zu senden und zu empfangen. Bald wird das auch über Satelliten möglich sein. Damit man jeden Teilnehmer finden kann, hat jeder eine persönliche Adresse. Diese Adresse nennt sich Email Adresse und sieht zum Beispiel so aus: name@provider.at

 

http sowieso!

Bis jetzt war´s doch ganz leicht!

Das Internet kann noch mehr!

Phase 5:

Kerninformation: Man kann im Internet Texte und Bilder ausstellen, so daß jedermann sie sehen kann.
Man kann auch Programme ins Internet stellen, so daß sie jeder kopieren kann.

Wiederum wird die Grundaufstellung (Phase 2) vorgenommen.

a)           Die vorbereiteten drei Kärtchen oder Blätter mit Bild und Text werden vom Kind A numeriert (1,2,3).

Kind A übergibt das erste Blatt Kind c2, das es zu Kind P (Provider) bringt. Danach werden die Seiten 2 und 3 ebenfalls zu P getragen. Jetzt kommt Kind B ins Spiel. Kind B sagt dem Kind c2, daß es sich gerne die Seite 1 ansehen möchte. Kind c2 läuft zu P, holt Seite 1 und zeigt Kind B die Seite.

Diese Aufgabe übernimmt im Internet der „Browser“, ein Programm, das mir alle ausgestellten Seiten bei allen „Providern“ dieser Welt auf den Bildschirm holt (surfen). Jede dieser Seiten hat auch eine eigene Adresse. Eine Adresse kann so aussehen: http://www.name.at Manchmal sind die Adressen aber auch viel länger. Was das http soll? Das ist ein Hinweis darauf, in welcher Computersprache diese Seiten geschrieben sind. Das www steht für world wide web und Name at ist die eigentliche Adresse.

Nun muß sich B entscheiden. Er kann die Seite „herunterladen“ oder nur ansehen. Will P die Seite, behalten, muß er c2 darüber informieren. Jetzt erhält Kind B die Seite und kann sie ausdrucken, oder weiter bearbeiten. Dann sieht sich B die zweite und die dritte Seite an. Alle Seiten zusammen heißen „web site“, die erste Seite heißt „Homepage“.

b)           Das Spiel wird analog zu a) wiederholt. Allerdings überträgt A zu P diesmal statt Mails Programme (CD, Diskette mit Programm). B holt sich dieses Programm vom Provider

 

Überprüfe was du gelernt hast:

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Ich schreibe meinem Freund in Amerika.

Zuerst tippe ich seine _______________.

Dann schicke ich meine Post (____________) zum _________________________.

Er sortiert sie und hebt sie auf. Will jemand seine Post empfangen und lesen, muss er sie zuerst ______________________.

Unser Provider ist _____________________.

Meine/unsere Email Adresse:  _____________________________________.

 

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Im Internet kann man senden und empfangen:

Kreuze an

0  Email
0  Bilder
0  Hemden
0  Pakete
0  Ton
0  Bilder
0  CDs
0  Videos und Filme
0  Bananen
0  Schulhefte
0  Programme
0  Blumen
0  Bücher
0  Daten
0  Kaugummi

 

Dezember 15th, 2013 by