Gustav Mayrink

Mein Lieblingsautor für viele Jahre meiner Jugend war Gustav Mayrink.

Er malt mit Worten düstere, aber sehr lehrreiche Geschichten.

Hier eines seiner Zitate:

»Kalt werden müssen wir alle, aber bei den meisten bringt es das Leben
nicht zustande, und da muß es der Tod besorgen. Sterben und sterben ist
nicht dasselbe. Die Sterbestunde ist nur der Moment einer Katastrophe,
in der alles wie von einem Sturmwind weggerissen wird, was im
Menschen während der Lebenszeit nicht hat zermürbt werden können.-
Oder: Der Wurm der Zerstörung zernagt zuerst alle wichtigen Organe,
das ist das Altern; trifft sein Zahn die Lebenspfeiler, so stürzt das Haus
zusammen. Manche werden kalt in jungen Jahren, die meisten bleiben
warm trotz Alter und Menschsein. Der Geschlechtstrieb, – ob er sich nun
offenbart wie bei der Jugend, oder versteckt wie beim Greis- ist die
Wurzel des Todes. Sie auszutilgen ist das vergebliche Bemühen
des Asketen, der ist, wie der Sisyphus, der ruhelos einen Felsen den
Berg hinauf rollt, um voller Verzweiflung zusehen zu müssen, daß er
vom Gipfel wieder in die Tiefe rollt……… Sie wollen magisches
Kaltsein erzwingen……. …… dann ist die Kälte da, die in sich
selber bestehen bleibt, die magische Kälte, die die Gesetze der Erde
zerbricht, die nicht mehr Gegensatz der Wärme ist, die jenseits liegt
von Frost und Hitze; und aus der wie aus dem Nichts hervorquillt
alles, was die Macht des Geistes gläubig zu erschaffen vermag………..

Hier ein paar meiner Favoriten:
* Der Golem. (Taschenbuch, dtv, ISBN 978-3423137379)
* Das grüne Gesicht. Ein Roman. Kurt Wolff, Leipzig 1917
* Walpurgisnacht. Phantastischer Roman. Kurt Wolff, Leipzig 1917
* Der weiße Dominikaner. Aus dem Tagebuch eines Unsichtbaren.  Rikola Verlag, Wien 1921
* Der Engel vom westlichen Fenster. Roman. Ein Kupferstich von John Dee. Grethlein & Co., Leipzig 1927
* Das Haus zur letzten Latern. Albert Langen – Georg Müller Verlag, München 1973



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